Stuttgarter Kantorei

Franz Schmidt: Das Buch mit sieben Siegeln

Stunde der Kirchenmusik am 18. April 2014

Das Buch mit sieben Siegeln von Franz Schmidt wird im Karfreitagskonzert in der Stiftskirche musikalisch geöffnet. Das für alle Ausfüh­ren­den außer­ordentlich anspruchs­volle und für die Zuhörer ungemein packende Oratorium bringt die STUTTGARTER KANTOREI am 18. April, um 19 Uhr in der Stuttgarter Stiftskirche zur Aufführung. Neben der Stuttgarter Kantorei musiziert die Stiftsphil­har­mo­nie Stuttgart unter der Leitung von Stiftskantor Kay Johannsen. Brenden Gunnell übernimmt die prominente Partie des Johannes (Tenor). Als weitere Solisten zu erleben sind Daniela Gerstenmeyer, (Sopran), Marion Eckstein (Alt), Torsten Hofmann (Tenor) und Philipp Meierhöfer (Bass).

 

Der österreichische Musiker Franz Schmidt (1874-1939), der als Cellist, Pianist, Dirigent und zuletzt Rektor der Wiener Musikakademie vielseitig beschäftigt war, komponierte sein größtes Werk, das spätromantische Oratorium Das Buch mit sieben Siegeln in den Jahren 1935-37. Die aufwändige und im besten Sinne wirkungsvolle Vertonung der visionären Offenbarung des Johannes wurde 1938 vom Wiener Singverein und den Wiener Symphonikern uraufgeführt. Schmidt hat den Text durch geringe Zusätze oder  Auslassungen seinen musikalischen Vorstellungen angepasst und es gelang ihm mit dem Buch mit sieben Siegeln eine dramatische und sehr plastische Darstellung der Apoka­lypse. Er selbst nannte sich einen »geborenen Opernkomponisten« und erläuterte anlässlich der Uraufführung seines Spätwerks: »Meines Wissens ist mein Versuch, die Apokalypse zusammenhängend zu vertonen, der erste, der bisher unternommen wurde. […] Das Orchester begleitet durchgehend in hochdrama­tischem Stil, hat auch gelegentlich tonmalerische Aufgaben zu lösen; dagegen hat es keine selbständigen Sätze, wie Vor- und Zwischenspiele auszuführen; diese habe ich vielmehr der Orgel zugeteilt, die in diesem Werke grundsätzlich als souveräner Klangkörper behandelt wird und nicht etwa bloß im Orchester mitwirkt.«

Schmidt disponierte klug: Seine musikalischen Bilder des Weltenendes haben zwar etwas Erschreckendes, aber die eigentliche Botschaft der Apokalypse ist die der Hoffnung auf eine Welt, in der alles Böse überwunden ist. Sein Halleluja erhebt sich grandios über alles Irdische. In der (Musik-) Haupt­stadt Öster­reichs gehört das wegen seiner technischen Schwierigkeiten hierzulande selten aufgeführte Werk zum jähr­lichen »Ritual« des Konzertlebens.

Die Stuttgarter Kantorei hat mit dem 1. Preis beim renommierten Deutschen Chorwett­bewerb 2006 ihre Klasse eindrücklich unter Beweis gestellt. An­spruchs­­­volle Werke sind Programm: Seit seiner Gründung 1994 durch Kay Johannsen sang der Chor neben Tradi­tionellem auch Werke von Max Reger, Alexander von Zemlinsky, Arnold Schönberg, Frank Martin, Krzysztof Pende­recki, Dieter Schnebel, Wolfgang Rihm und Axel Ruoff.

Karten können wie immer über StuttgartKonzert bestellt werden Tel. 0711/52 43 00 oder Email: tickets@stuttgartkonzert.de), direkt am Infostand in der Stiftskirche oder an der Abendkasse erworben werden.
Eintritt zu 36 / 30 / 24 / 18 / 12  € (Schüler, Studenten, Schwerbehinderte 30 / 24 / 18 / 12 / 6 €)

 

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